E-Rechnung 2028 Teil 4: Woher ich weiß, dass es wirklich konform ist
Teil 3 endete mit einer Behauptung: die Rechnungs-Engine sei von Grund auf konform gebaut. Leicht gesagt. Bei einer gesetzlichen Pflicht zählt aber kein „glaub mir“, sondern ein Beweis. Dieser letzte Teil handelt davon, woher er kommt.
Das Problem: konform aussehen ist leicht
Ein fertiges Rechnungs-PDF, das konform ist, und eines, das nur konform aussieht, sehen für das menschliche Auge gleich aus. Der Unterschied zeigt sich erst, wenn eine Maschine die Datei prüft. Beim Empfänger, bei der Buchhaltung, bei einer Betriebsprüfung. Dann ist es zu spät für Reparaturen.
Wer seine eigene Arbeit prüft, findet erfahrungsgemäß wenig. Also darf man diesen Beweis nicht selbst führen.
Drei Prüfer, die ich nicht beeinflussen kann
Drei unabhängige, offizielle Prüfprogramme beurteilen jede erzeugte Datei:
veraPDF prüft, ob das PDF wirklich der Archiv-Norm PDF/A-3 entspricht. Das ist so etwas wie der Industriestandard dafür, dass ein PDF auch in Jahrzehnten noch lesbar bleibt.
KoSIT ist der Prüfer der deutschen öffentlichen Verwaltung. Was hier grün ist, gilt im amtlichen Sinne als konform.
Mustang ist die Referenz für die ZUGFeRD-Profile, das gebräuchlichste E-Rechnungsformat in Deutschland.
Ich habe keines dieser Programme geschrieben. Ich kann keines davon beeinflussen. Und keines hat einen Grund, mir entgegenzukommen.
Stell dir das wie einen TÜV vor, den man nicht besticht. Wenn mein PDF bei veraPDF durchfällt, fällt es durch. Genau das macht ein grünes Ergebnis zu einem Beweis und nicht zu einer Behauptung.
Erst fragen, dann bauen
Für jedes neue Feld in einer Rechnung, jeden Rabatt, jede Zahlungsart wurde nicht erst gebaut und dann gehofft. Es lief umgekehrt.
Zuerst schrieb ich ein winziges Beispiel von Hand und schickte es durch die Prüfer. Erst wenn die grün meldeten, stand fest, wie das Feld auszusehen hat. Danach erst bauten wir mit Claude Code den Code, der es automatisch erzeugt.
Das klingt nach einem Umweg. Aber es bedeutet: nie wurde etwas gebaut, von dem nicht vorher feststand, dass der Prüfer es akzeptiert. Bei einer Norm mit hunderten Detailregeln ist das der Abstand zwischen „müsste passen“ und „geprüft, passt“.
Nicht nur die einfache Rechnung
Eine einzige Rechnung mit zwei Posten konform zu erzeugen wäre wenig wert. Echte Rechnungen sind unordentlicher. Die Engine deckt inzwischen ab, was im Alltag wirklich vorkommt: mehrere Steuersätze, Rabatte, Anzahlungen, Brutto-Preise, Lastschrift mit Mandat, und die reine XRechnung mit Leitweg-ID für Rechnungen an Behörden.
Jedes dieser Felder ist einzeln gegen die drei Prüfer abgesichert. Der Stand: über hundert automatische Tests und dreißig von dreißig Konformitätsprüfungen grün. Nicht „sollte gehen“. Grün.
Gegen den eigenen Code antreten
Grün heißt noch nicht fertig. Mehrfach ließ ich Claude Code den eigenen Code gezielt angreifen, mit einer einzigen Frage: Wo bricht das, wenn jemand absichtlich seltsame, aber zulässige Eingaben schickt?
Was dabei auffiel, haben wir gehärtet, bevor es draußen jemand findet. Diese feindselige Selbstprüfung ist genau der Schritt, den eine schnell zusammengeklebte Lösung überspringt. Lieber selbst Fehler finden als darauf warten, dass ein Kunde sie findet.
Ein Name und eine Lizenz
Aus dem „eigenen Paket“ der vorigen Teile war eine fertige Sache geworden. Fertige Sachen brauchen einen Namen.
Die Wahl fiel auf Rechenwerk: der rechnende Teil einer Maschine. Fast wörtlich das, was die Engine hier tut. Kurz und passend.
Dazu eine Lizenz: AGPL (Affero General Public License). Sie hält die Software offen, jeder darf sie nutzen und verändern. Aber sie lässt mir die Tür offen, sie kommerziell auch anders anzubieten. Das ist die unaufgeregte Variante von „quelloffen, aber ich habe auch Rechnungen zu zahlen“.
Was am Ende steht
Was als Nebenfrage in einem Kundenprojekt anfing, ist eine vollständige Antwort geworden: die Pflicht verstanden, bewusst selbst gebaut statt zugekauft, von Grund auf konform konstruiert, und gegen drei unabhängige amtliche Prüfer bewiesen.
Rechenwerk ist das Werkzeug. Was ich anbiete, ist die Lösung dahinter: dass die Pflicht-Rechnung in einem Betrieb am Ende einfach funktioniert und nachweisbar konform ist. Mehr dazu auf der Referenz-Seite oder direkt an [email protected].
Teil 4 von 4 der E-Rechnung 2028 Serie.
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